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Vor über sechzig Jahren wurde die legendäre Luftbrücke nach Berlin eingerichtet. Täglich transportierten DC3 und andere „Rosinenbomber“ tonnenweise Lebensmittel in die eingeschlossene Stadt. Die Gmünder Piloten Renaat Fink und Martin Röttele haben sich mit dem vereinseigenen Motorsegler Dimona auf die Spurensuche begeben.
Sie erzählen selbst:  |
Leider hatten wir nur zwei Tage Zeit und nicht das beste Wetter im Gepäck. Sonntag morgen starteten wir auf dem Hornberg zum Direktflug nach Tempelhof. Immer wieder mussten wir herbstliche Nebeldecken überfliegen, was zwar fürs Auge wunderschön ist, aber auch die Zuverlässigkeit des Motors herausfordert. Kurz vor dem Einflug in die Kontrollzone von Berlin sahen wir ein, dass wir nicht mehr unter die Wolkendecke kamen. Also zurück Richtung Süden, durch ein Mini-Wolkenloch abgetaucht und in 400m Höhe bei nur vier Kilometer Sicht zwischen vielen Windrädern zum Flugplatz Schönhagen geflogen. Dort mussten wir erstmal tanken, aktuelles Wetter einholen und unsere Nerven beruhigen.
Von Tempelhof erfuhren wir dann, dass der Luftraum mittlerweile für Sichtflieger geschlossen war, nachdem sich jemand über Berlin verflogen hatte. Enttäuscht beschlossen wir, wieder den Heimweg anzutreten. Schon eine halbe Stunde nach dem Start wurde Tempelhof doch wieder geöffnet, allerdings nur nach einem Spezial-Verfahren über eine einzige Anflugroute. Natürlich haben wir sofort wieder umgedreht, denn so schnell wollten wir die Flinte nicht ins Korn werfen.  |
Die Sicht auf Berlin war wirklich bescheiden, aber es war ein tolles Gefühl, auf der gleichen Anflugroute wie die Rosinenbomber unterwegs zu sein. Genau wie die schwerfälligen Transportkisten damals mussten auch wir fast zwischen den Häusern durchfliegen, allerdings hatten wir ein viel leichter zu fliegendes Gerät. Nach der Landung begrüßte uns das FollowMe-Fahrzeug, und wir bekamen einen ganzen Tanklastzug zur Verfügung gestellt. Nach dem Papierkram haben wir uns auf dem berühmten Flugplatz umgesehen und sind anschliessend in Berlin auf Touri-Tour gegangen.  |
Auch am nächsten Tag mussten wir wegen dichtem Nebel nochmal drei Stunden auf dem Flugplatz warten, was uns wegen der historischen Gebäude und Flugzeuge nicht langweilg wurde. Gegen 11:30 Uhr starteten wir dann als zweites Flugzeug, nachdem sich beim ersten Landeversuch des Tages schon wieder ein Pilot total verflogen hatte. Diesmal sahen wir ein klein wenig mehr von Berlin, allerdings beanspruchte das Abflugverfahren bei geringer Sicht unsere Aufmerksamkeit mehr als geglaubt. Dann ging es bei herrlichem Sonnenschein über bunte Herbstwälder zurück zum Hornberg. Es war ein super Ausflug und sicherlich der letzte Flug nach Tempelhof von Gmünd aus, denn Ende Oktober wird der Flugplatz geschlossen. Renaat Fink und Martin Röttele |