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Fluglager 2010 in Renneritz |
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Segelfliegen bis der Arzt kommt
Renneritz ist ein kleines Dorf mit kaum mehr als 500 Einwohnern nördlich von Leipzig. Auf dem nahegelegenen Flugplatz waren die Gmünder Segelflieger in den ersten beiden Augustwochen zu Gast beim dort ansässigen Segelflugverein Wolfen e.V..
Fast 70 Gmünder Flugschüler und Piloten nahmen teil und die im Vergleich zu den Vorjahren merklich längere Anfahrt in Kauf. Dafür bot der Platz mit einer Windenstartbahn und Doppeltrommelwinde sowie zwei Graslandebahnen beste Voraussetzungen für intensiven Segelflugbetrieb. Aus der Bahn- und Seillänge von über 1000 Metern waren im Windenstart 400 m Höhe zu holen, so dass auch ohne Thermik längere Flüge in der Platzrunde möglich waren.
Trotz des meist ziemlich durchwachsenen Wetters war zumindest ein Schulbetrieb für die 18 Flugschüler fast immer möglich, selbst Regenschauer sorgten nur für kurzzeitige Unterbrechungen. Und die Ausdauer machte sich bezahlt: Allein drei Flugschüler flogen sich frei: Armin Greßler, Max Wagenblast und am Ende sogar noch Christiane Roob, die erst in diesem Frühjahr ihre Ausbildung begonnen hatte. Den "Nachteil", ihre ersten Alleinflüge in einem gut besuchten Fluglager zu meistern, bekamen die drei allerdings auch zu spüren: Den traditionell-schwungvollen "Klaps" auf den Allerwertesten - zur Einstellung des richtigen Gefühls für die Thermik - durften die drei von jeweils über 60 Fliegern empfangen... . Daneben wurden auch mehrere Flugschüler erfolgreich auf die Leistungseinsitzer LS4 und Discus umgeschult, was nach den ersten Alleinflügen noch einmal ein einschneidendes Erlebnis darstellt, sind doch diese Sportgeräte erheblich wendiger und handlicher zu fliegen als der vergleichsweise schwerfällige Schul-Doppelsitzer.
Natürlich kamen auch die Lizenzpiloten auf ihre Kosten. Die flache, aber thermisch sehr aktive Umgebung mit ihren vielen Feldern bot selbst bei kurzen sonnigen Wetterabschnitten Gelegenheit zu teils längeren (Aus-)flügen.
Alles in allem brachten wir es auf unglaubliche 462 Starts. Aber auch neben der Fliegerei war einiges los: An den nicht fliegbaren Tagen ging es z.B. nach Halle ins Thermalbad oder nach Leipzig auf die Kart-Bahn. Jeden Abend sorgte ein neu zusammengestelltes Team für eine warme Mahlzeit, danach saß man gemütlich am bzw. im Hauptgebäude und tauschte Erlebnisse und Anekdoten aus.
Text und Fotos: Martin Balzer, Gruppenfoto: Laura Strobel
Bild 1: Stilleben: Duo Discus kurz vor Durchzug der Regenfront
Bild 2: Nicht-so-still-Leben: Die Gmünder Flieger in Renneritz
Bild 3: Ein Fluglehrer zwängt sich in den Schülersitz der ASK-21 (Jörg Lohmann)
Bild 4: Kurz vor dem ca. 60-fachen Klaps: Armin Geßler mit Fluglehrer Wolfgang Umann
Bild 5: Kurz vor dem Erstflug im Discus 2b: Maximilian Suritsch
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